die etwas andere Bergbesteigung

5 01 2009

Felsen

heute lerne ich leben

ich habs gesehn, der himmel ist klar,
die wolken haben sich verzogen,
jetzt ist wieder alles sichtbar.
kein nebel mehr,
kein regen, der die sicht versperrt,
die sonne lacht,
gestern war alles noch umgekehrt.

ich renn den weg hinauf,
der berg ist hoch, doch ich fühl’ mich groß!
das wird kein einfacher lauf,
doch die welt ist schön, ich will das sehn!

der boden ist weich, die hölzer krachen,
das ziel ist nicht mehr weit – ich spürs,
ich werd es diesmal schaffen.
keine ängste mehr,
kein weg erscheint mir mehr zu weit,
die natur erwacht,
jetzt bin ich voll und ganz bereit.

ich renn den weg hinauf,
der berg ist hoch, doch ich fühl’ mich groß!
das wird kein einfacher lauf,
doch die welt ist schön, ich will das sehn!

nun bin ich da, habs endlich geschafft,
vögel singen, wunderbar.
wie hat ER es nur gemacht?!
kein weinen mehr,
keine träne trennt mich mehr von diesem blick,
hier spür das leben hier hautnah,
heut’ fühl’ ich höchstes glück
- ich lebe!

ich renn den weg hinauf,
der berg ist hoch, doch ich fühl’ mich groß!
das wird kein einfacher lauf,
doch die welt ist schön, nun darf ich’s sehn!


Dieses Gedicht stammt aus „alter Zeit“. Ich habe es hervorgekramt. Warum? Über Silvester war ich ein paar Tage mit meiner Verlobten im Urlaub. Es waren gesegnete Tage, für die wir sehr dankbar sind. Doch in den letzten Tagen denke ich oft an diejenigen, denen es nicht so gut geht, die weder jauchzen, noch frohlocken können, wie es in Bachs Weihnachtsoratorium heißt. Gerade die Weihnachtszeit scheint eine Zeit der Spannung zu sein, weniger der Ent-Spannung. Vor dem eigentlichen Fest wird es hektisch auf den Straßen. Dringende Besorgungen werden gemacht, die letzten Geschenke gekauft, um den Weihnachtsbaum muss sich gekümmert werden, … Hektik. Und wozu? Weil Weihnachten funktionieren muss.
Das ist die eine Seite Weihnachtens, die mir dieses – äh letztes – Jahr auffiel. Die andere: Weihnachten funktioniert nicht immer. Sicher – es gibt viele Familien, denen Weihnachten heilig ist und bei denen das Fest sehr harmonisch und liebevoll abläuft. Doch dürfen wir den Anspruch erheben, es müsse an Weihnachten alles so voller Liebe sein? Was passiert, wenn Weihnachten einmal nicht funktioniert? Wenn die Spannung, die vor Weihnachten angelegt wird, keinen Raum für positive Entladungen erfährt?
Dann kann es dazu kommen, das Menschen – ob an Weihnachten oder im alltäglichen Leben – eine Bergbesteigung vor sich haben, nachdem sie, aus welchen Gründen auch immer, in die Tiefe fallen mussten. Doch wie im Gedicht beschrieben wird – ein Wiederaufstieg ist möglich!!
Ich wünsche dir, der du vielleicht einen kleinen oder großen Absturz erlebt hast oder erlebst, dass du festhältst. Woran? – Halte dich fest an Gott und seinen Verheißungen!

Und so will ich dir Gottes Verheißung – besonders für 2009 – ganz persönlich zusprechen:

Jesus Christus spricht (Lukas 18,27):
Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich!