Bist du schon einmal umgezogen? Vielleicht als Kind? Oder warst du schonmal längere Zeit im Ausland und hast deshalb nicht zu Hause gewohnt?
Wenn man es genau nimmt, bin ich bereits das sechste Mal umgezogen. Das letzte Mal Ende Juli: aus einem Doppelzimmer, welches ich ein Jahr lang mit Robert teilen durfte, in meine neue Wohnung, in der ich ab Oktober mit meiner Frau wohnen werde.
Umzug – damit verbinde ich Veränderung, einen Einschnitt, Neues, Aufregung, Spannung, Vorfreude, aber auch Trauer,… die Liste ist lang. Wie geht es dir damit?
Ich durfte erfahren, dass Um-Züge immer eine besonders spannende Eigenschaft haben: Bewegung. Du bleibst nicht stehen, lässt dein Herz offen für Begegnungen mit Anderem. Ich glaube, man muss dazu nicht einmal in eine neue Wohnung ziehen. Manchmal hilft es auch zu versuchen, mit dem eigenen Herzen zu ziehen: Vorurteile gegenüber anderen Menschen fallen zu lassen und auf sie zugehen, versuchen Fremde kennenzulernen, dem Nachbar Hilfe anbieten, dem ehemals guten Freund Versöhnung anbieten. Auch diese Liste ist beliebig fortsetzbar.
Mir geht es oft so, dass ich Angst vor Umzügen dieser Art habe. Angst, ich selbst könnte Schaden nehmen. Angst, etwas von mir herzugeben, was ich nicht zurückbekomme. Aber ich habe auch schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass, WENN ich meine Sachen packe und losziehe, ich am Ende viel mehr zurückbekomme, als ich investiert habe. Eine Versöhnung mit einem Freund ist so unglaublich heilsam. Und auch, wenn ich mich für Menschen um mich herum öffne, mit denen ich sonst nichts zu tun haben will, so entstehen daraufhin unglaubliche Begegnungen.
Ich glaube Gott wünscht sich, dass du und ich – dass WIR alle – immer wieder mal unsere Sachen packen und gehen – auf andere zu, um einen Schritt auf IHN hin zu wagen. Dort, wo wir Schritte auf andere Menschen zugehen, dort können wir Gottes große Liebe erfahren, die er uns so gern schenken will.
Ich wünsche dir, dass du über deinen Schatten springen kannst, oder anders: dass dir ein Höhenflug passiert, wie ihn die Möwe oben erfahren darf. Das Foto ist an der Ostsee entstanden. Und ich glaube, dass es Möwen, die auch Gottes Geschöpfe sind, manchmal leichter fällt, Höhenflüge zu kriegen, weil sie irgendwie instinktiv wissen, dass unser großartiger Schöpfer sich um sie kümmert. Lass uns auch darauf vertrauen und Spannendes wagen
Das erinnert mich an einen “Aus“-Spruch von Schlegel…
„Im endlosen Wechsel neuer Gestalten
flicht die bildende Zeit den Kranz der Ewigkeit,
und heilig ist der Mensch, den Glück berührt,
dass er Früchte trägt und gesund ist.“
hey micha,
wenn man es genau nimmt, bin ich in den letzten vier jahren ganze sechs mal umgezogen. ich finde ein umzug bringt immer eine art neuanfang mit sich: man sortiert sein leben, welches sich in kisten befindet, entscheidet was mit darf und was zurückbleibt und steht einem neuen abenteuer gegenüber.
solange ich noch jung & unabhängig bin, genieße ich es, viel neues zu sehen, neue kontakte zu knüpfen, und einfach die welt auf meine ganz persönliche art zu entdecken. doch ich denke, dass auch für mich in ein paar jahren der punkt kommt, an dem ich mir einen ort wünsche, wo ich mal zur ruhe kommen kann. aber der ist noch nicht jetzt
alles gute,
malte