Im August beginne ich mein sog. Anerkennungsjahr. Dem Wortsinn nach meint es, dass mir mit diesem Jahr etwas anerkannt wird, nämlich der Titel und Status “staatlich anerkannter Erzieher”. Wenn ich den Begriff jedoch weiter entfalte, muss ich fragen: ist das kommende Jahr eines, in dem ich Anerkennung erfahren werde? Oder anders gefragt – das darfst du auch gern dich selbst fragen -: Mache ich meinen Job / Dienst, um Anerkennung zu bekommen?
Sicher freue ich mich in meinem Beruf über Anerkennung, keine Frage. Als Mensch ist es mir wichtig, wertgeschätzt zu werden, es ist ein Grundbedürfnis. Wenn ich diese wichtige Wertschätzung erfahre, arbeite ich motivierter, ggf. effektiver und habe mitunter mehr Freude an der Arbeit. Insofern ist ein Anerkennungsjahr auch wichtig, dem Berufsanfänger Anerkennung zu vermitteln.
Schwierigkeiten habe ich mit dem Wörtchen “um”. Es kann eine zielgerichtete Absicht meinen: Ich verrichte meinen Dienst, damit ich Anerkennung bekomme. Es geht also weniger um die Sache, als um die Wertschätzung. In meinem Fall ist “Sache” nicht der richtige Ausdruck, denn ich werde mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Wenn der Beruf zu etwas wird, das mir mehr geben soll, als ich selbst zu investieren bereit bin, sehe ich eine Gefahr darin. Dann kann ich den mir Anvertrauten nicht mehr Dienstleister sein, dann kann ich den mir anvertrauten Kindern und Jugendlichen kein glaubwürdiger Erzieher und Ansprechpartner mehr sein.
Ich wünsche uns, dass der Dienst niemals ein Wettlauf um Anerkennung wird. Und ich wünsche uns, dass wir nicht trotzdem, sondern gerade deshalb Wertschätzung erfahren.
Bist du schon einmal umgezogen? Vielleicht als Kind? Oder warst du schonmal längere Zeit im Ausland und hast deshalb nicht zu Hause gewohnt?